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22.07.2024
Eine andere Maria: die geheimnisvoll Unbekannte

Sie ist eine geheimnisvolle Frau. Viel wissen wir über sie nicht. In den Jesus-Geschichten wird sie fast am Rande erwähnt: Maria aus Magdala, einem Ort am Westufer des Sees von Genezareth.

Sie hatte es wohl sehr schwer. Böse Geister hatten sie im Griff. Jesus hat sie geheilt. Seitdem war sie in seiner Nähe. Mit ihrem Vermögen hat sie dafür gesorgt, dass Jesus genug zu essen und zu trinken und einen Schlafplatz hatte. Jesus war unterwegs, wenn er die Menschen auf den Märkten und an den staubigen Straßen aufsuchte, wenn er mit ihnen von Gott sprach und sie von bösen Geistern befreite und mit den Unberührbaren zu Tisch saß. Maria von Magdala ist eine der ganz Treuen, die trotz Angst und Gefahr bei Jesus bleiben, und zwar bis zum bitteren Ende, als er wie ein Verbrecher am Kreuz hingerichtet wird. Sie versorgt den toten Jesus. Umso verärgerter ist sie, als sie als erste das leere Grab sieht und glaubt, dass der Leichnam gestohlen worden sei. Sie konnte da noch nicht ahnen, dass Jesus wieder lebendig geworden ist. Erst, als Jesus kommt, sie bei ihrem Namen ‚Maria‘ persönlich anspricht, erkennt sie seine Stimme und antwortet: Rabbuni, mein Meister.

Maria aus Magdala steht den Männern um Jesus in nichts nach und wird daher zurecht Apostelin genannt, das heißt Zeugin der guten Botschaft Gottes für uns Menschen. Heute erinnern wir uns gerne an diese geheimnisvolle Frau, die wenig erwähnt wird, aber für Jesus wichtig ist.

Johann Schneider, evangelischer Regionalbischof aus Halle.


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